Focusing ist eine Methode, die uns befähigt, unsere körperliche Resonanz auf alles, was wir erleben, wahrzunehmen und als Quelle für Veränderung zu nutzen. Sie basiert auf Ergebnissen der Psychotherapieforschung des Philosophen, Psychologen und Psychotherapeuten Eugene T. Gendlin.
Bauchgefühl ernst nehmen
Der Volksmund spricht von «einem Kloss im Hals», «Schmetterlingen im Bauch», «vor Schreck erstarrt» usw. – nicht ohne Grund. Es sind aber meist nicht die leicht erkennbaren Gefühle wie Wut, Angst oder Trauer, die zu Veränderungen führen. Es sind die leiseren, weniger deutlich wahrnehmbaren und oft schwer greifbaren Empfindungen, die sich jedoch genau so körperlich manifestieren. Denn das Denken reicht weit in den Körper hinein. Und dieser weiss oft mehr zu einer «Sache» als der Kopf. Focusing lehrt uns, dem zu folgen, was man noch nicht wusste, aber schon immer da war. Ist diese Fähigkeit erst einmal entwickelt, wirkt sie sich positiv auf Gesundheit, Beziehungsfähigkeit und Lebensgestaltung aus.
Der Körper kommuniziert
Gefangen im Gefühls- und Gedankenkarussell fällt es uns oft schwer, Lösungen für schwierige Situationen zu finden oder «immer gleiche» Probleme zu verändern. Wir fragen uns: Wie finde ich einen Weg aus diesem Konflikt oder warum verursacht mir eine bestimmte Situation immer wieder Schwierigkeiten? Wir meinen vielleicht sogar, das Problem zu kennen, aber trotz intensivem Nachdenken sind wir ausserstande, es zu lösen. Dabei überhören wir, was unser Körper uns mitteilen will. Durch Focusing lernen wir, die körperliche Resonanz, die mit jedem Thema einhergeht, wahrzunehmen und daraus neue Einsichten und Lösungsschritte für Veränderung zu gewinnen.